
Wer heutzutage von Wien nach New York fliegen will, tut das zumeist direkt
mit der AUA und verschwendet keinen Gedanken daran, wie das früher
einmal war. Was viele überraschen dürfte: Der österreichische Flagcarrier
bedient diese Strecke erst seit 1988 durchgehend. Und was kaum jemand
weiß: Es war eine private österreichische Fluggesellschaft namens
Montana Austria, die ab Ende der 1970er Jahre New York sowie weitere
Langstrecken direkt ab Wien anbot. Gegründet hat sie Hans-Jörg Stöckl (†),
ein Visionär mit Ecken und Kanten, ein hervorragender Flieger. In seinem
- Buch erzählt der Journalist und Luftfahrtexperte Patrick Huber die in
Vergessenheit geratene Story von Montana Austria, die als Österreichs
Langstrecken-Pionier in die heimische Geschichte eingegangen ist. Erstmals
liegt damit eine umfassende Dokumentation mit Zeitzeugenberichten zu
diesem Thema der österreichischen Luftfahrtgeschichte in Sachbuchform
vor.
Während die staatliche österreichische Fluggesellschaft AUA vor rund 50 Jahren
ein überschaubares innereuropäisches Streckennetz bediente und Langstrecken überhaupt nicht anbot, flog eine kleine private Fluggesellschaft von Wien aus mit
gerade einmal drei Flugzeugen direkt in alle Welt: New York, Bangkok, Bagdad
oder Colombo hießen die exotischen Ziele der vom Visionär Hans-Jörg Stöckl
gegründeten Montana Austria. Mit einer einzelnen gebraucht beschafften
Boeing 707-138B (OE-IRA, Baujahr 1961) hob die Airline im Herbst 1976 erstmals
ab und beförderte neben Passagieren auch Fracht. Wenig später gesellten sich
eine weitere Boeing 707-138B (OE-INA, ebenfalls Baujahr 1961) und eine
Boeing 707-396C (OE-IDA, Baujahr 1969) zur Flotte, die gleichfalls auf dem
Gebrauchtmarkt beschafft wurden. Neben eigenen Strecken flog Montana Austria
zudem im Auftrag anderer Fluggesellschaften, darunter Alitalia, Aer Lingus,
Central Airways oder Ariana Afghan Airlines. Innereuropäische Destinationen
blieben der Fluglinie dagegen verwehrt, da sie von den österreichischen Behörden,
welche die zu dieser Zeit noch staatliche AUA protegierten, die erforderlichen
Genehmigungen nicht erhielt.
Illegale Waffen an Bord: Flugzeug beschlagnahmt, Crew in Haft
Doch was so vielversprechend begann, mündete nur fünf Jahre später in einer
wirtschaftlichen Tragödie, deren Ende einem Hollywood-Thriller gleicht. Schwer
angeschlagen von der Ölkrise, übernahm Montana Austria nämlich auch Aufträge
von mitunter dubiosem Charakter. Ein solcher Flug wurde der Airline im Jahr 1981
zum Verhängnis. Als der US-Zoll im Mai 1981 in der Boeing 707-396C der
Montana Waffen fand, die unter Missachtung des bestehenden Embargos von den
USA aus nach Südafrika geliefert werden sollten, beschlagnahmten die
US-Behörden nicht nur die gesamte Ladung, sondern das Flugzeug gleich mit und
verhafteten die Crew. Das war der Todesstoß für Montana. Immer mehr Kunden
stornierten ihre Aufträge und rund zwei Monate später musste Österreichs
Langstrecken-Pionier schließlich Konkurs anmelden. Die Mitarbeiter, ein junges
dynamisches Team, verstreuten sich in alle Winde. Die beiden Boeing 707-138B
wurden zunächst nach Ägypten verkauft und flogen nur noch wenige Jahre, ehe sie
verschrottet wurden. Die von den US-Behörden 1981 beschlagnahmte Boeing
707-396C startete dagegen in Amerika eine zweite Karriere bei der US Air Force
und wurde erst 2023 außer Dienst gestellt ‒ mehr als ein halbes Jahrhundert nach
ihrem Erstflug und 42 Jahre nach dem Ende von Montana Austria! Dieses
Flugzeug ist heute übrigens das einzige überlebende Exemplar der einstigen
Montana-Flotte und kann in einem Museum in den USA besichtigt werden.
Mit der von ihm gewohnten Akribie erzählt der
österreichische Journalist und
Luftfahrtexperte Patrick Huber
(nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen
Schweizer Fachjournalisten) die Geschichte dieser heute weitgehend in
Vergessenheit geratenen ersten österreichischen Langstrecken-Fluggesellschaft.
Er sichtete dafür zahlreiche Dokumente und sprach mit Zeitzeugen, die über ihre
Tätigkeit bei Montana berichten, darunter der ehemalige kaufmännische Direktor,
Wolfgang Findl, sowie zwei Stewardessen. Auch der Verbleib der einzelnen
Flugzeuge wird vom Autor bis ins kleinste Detail beleuchtet.
Abgerundet wird dieses einzigartige Buch durch die darin enthaltenen 52, zum Teil
nie zuvor veröffentlichten, Fotos, fast alle davon in Farbe, von Flugzeugen und
Mitarbeitern der Montana Austria.
Informationen zum Buch
- Format: A5
- 88 Seiten
- 52 zum Teil nie zuvor veröffentlichte Abbildungen
- Preis Hardcover: EUR 21,99
- ISBN
Hardcover
: 978-3-818721-07-7 - Preis Softcover: EUR 14,99
- ISBN
Softcover
: 978-3-818721-11-4
Erhältlich ist das Buch „Montana Austria ‒ Österreichs vergessener
Langstrecken-Pionier“ ab sofort über den
Webshop des Verlages
„Epubli“.
Außerdem kann es unter
Angabe der ISBN über alle Buchhandlungen in
Österreich und Deutschland
sowie Onlinebuchhändler bezogen werden.